Brent Carter, zweifacher WSOP-Champion und Pokerstar der 90er Jahre, ist verstorben

Die Pokergemeinschaft trauert um Brent Carter – zweifachen WSOP-Bracelet-Gewinner und Legende der 1990er Jahre. Wir erinnern an seinen Beitrag zur Entwicklung des Pokerspiels.

Die Pokergemeinschaft hat kürzlich eine traurige Nachricht erfahren – im Alter von 78 Jahren ist Brent Carter verstorben, zweifacher Gewinner eines Bracelets der World Series of Poker (WSOP) und eine der prägenden Figuren der Pokerszene der 1990er Jahre. Die genaue Todesursache wurde nicht bekanntgegeben, jedoch ist bekannt, dass Carter in den letzten Jahren mehrere Herzinfarkte und Schlaganfälle erlitten hatte. Brent Carters Weg im Poker: von Stardust bis WSOP Brent Carter begann seine professionelle Pokerkarriere Mitte der 1980er Jahre, als er regelmäßig an Turnieren teilnahm. Seine ersten Schritte machte er bei den damals populären Stairway to the Stars-Turnieren, die im Stardust Casino stattfanden. In jenen Jahren unterschied sich die Turnierstruktur von der heutigen: Zum Beispiel erhielten die Spieler bei einem $500-Buy-in-Turnier genau $500 in Chips als Startstack. Carter fand sich schnell im Turnierpoker zurecht und lernte während des Spiels. Fast drei Jahrzehnte lang war Carter ein ständiger Teilnehmer an den größten Turnieren, und sein Name wurde durch zahlreiche Cashes bekannt. Laut The Hendon Mob belaufen sich seine Gesamtgewinne bei Live-Turnieren auf $3.099.501. Zuletzt erreichte er 2015 einen Platz im Geld. Besonders herausragend war Carter bei der World Series of Poker (WSOP), wo er viermal den dritten Platz in verschiedenen Turnieren belegte und dreimal Vize-Champion wurde. Sein größter Erfolg war der dritte Platz beim WSOP Main Event 1995, wofür er $302.750 erhielt. Dieses Ergebnis war sein höchster Preisgeldgewinn. Wichtigste Siege und Erfolge Brent Carter gewann zweimal das goldene WSOP-Bracelet – die höchste Auszeichnung im Turnierpoker: 1991 wurde er Champion des WSOP $1.500 No-Limit Hold’em-Turniers und gewann $156.800. 1994 siegte er im WSOP $1.500 Limit Omaha-Turnier und erhielt $83.400. Neben den Bracelets gewann er auch zwei goldene Ringe der WSOP Circuit – eine separate Turnierserie, die in verschiedenen Städten der USA ausgetragen wird und unter Profis ebenfalls als prestigeträchtig gilt. Auch bei anderen großen Events war Carter erfolgreich. 1990 gewann er das Amarillo Slim’s Super Bowl of Poker-Turnier mit einem Buy-in von $1.550 im No-Limit Hold’em und erhielt $87.000. 1991 siegte er beim Hall of Fame Poker Classic – $2.500 Pot-Limit Omaha und verdiente $156.800. Tabelle der wichtigsten Ergebnisse von Brent Carter 3. Platz, WSOP Main Event 1995 – $302.750 1. Platz, WSOP 1991 $1.500 No-Limit Hold’em – $156.800 (Bracelet) 1. Platz, WSOP 1994 $1.500 Limit Omaha – $83.400 (Bracelet) 1. Platz, Amarillo Slim’s Super Bowl of Poker 1990 $1.550 NLH – $87.000 1. Platz, Hall of Fame Poker Classic 1991 $2.500 Pot-Limit Omaha – $156.800 Zwei goldene WSOP Circuit-Ringe Über 53 Seiten an Cashes (laut Carters Partnerin) Ein Mann mit Prinzipien: Einstellung zum Spiel und zu den Menschen Brent Carters Partnerin über 32 Jahre, Jane Paquette, erzählte PokerNews von den menschlichen Qualitäten des Pokerspielers. Ihren Angaben zufolge war Carter für seine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft bekannt. Er erwartete nie eine Gegenleistung für seine guten Taten. In der Pokergemeinschaft war er leicht an seiner blauen Jacke und dem Big Gulp-Becher in der Hand zu erkennen. Jane erinnerte sich, dass Carter oft anderen Spielern half: So gab er zum Beispiel Stu Ungar $20 für ein Taxi am Tag vor dessen Tod. Wenn Carter gewann, versuchte er, seinen Gewinn mit anderen zu teilen. Er achtete auf die Turnierpläne und schlug den Organisatoren immer wieder Anpassungen vor, damit Spieler an mehreren Events einer Kategorie teilnehmen konnten – wenn sich Turniere zeitlich überschnitten, empfahl er, sie auf verschiedene Tage zu legen. Neben Poker engagierte sich Carter aktiv in der Wohltätigkeit: Mehrmals pro Woche brachte er Obdachlosen Essen. Laut Paquette konnte er mit jedem Menschen ins Gespräch kommen und bemühte sich stets um Fairness, besonders am Pokertisch. Interessante Fakten: Von Pferderennen zum Poker Bevor er sich dem Poker widmete, war Brent Carter im Trabrennsport (harness racing) aktiv. Wie die offizielle WSOP-Website berichtet, entwickelte er seine Liebe zu Pferderennen bereits in der Schulzeit, als er mit seiner Freundin erstmals eine Rennbahn besuchte. Später arbeitete Carter mit einem Pferdebesitzer zusammen und tauchte tiefer in diesen Sport ein. Carter selbst betonte, dass es viele Parallelen zwischen Poker und Pferderennen gibt: In beiden Fällen muss man eine Strategie gegen mehrere Gegner entwickeln, und nicht immer gewinnt der Favorit. Seinen Worten nach: „Am Pokertisch trittst du gegen acht Gegner an, und jeder versucht, eine Strategie zu finden, um alle Chips zu gewinnen. Beim Pferderennen sind es acht, neun oder zehn Pferde, und alle wollen als Erste durchs Ziel gehen. Das beste Pferd gewinnt nicht immer, genauso wie die beste Hand nicht immer gewinnt.“ Skandalöse Episode: Anklage wegen Drohbriefen Im Jahr 2021 tauchte Brent Carters Name erneut in den Schlagzeilen auf, diesmal jedoch nicht wegen Pokersiegen. Laut The Times Union wurde Carter einer Bundesstraftat beschuldigt – dem Versenden falscher Drohungen. Ihm wurde vorgeworfen, wiederholt verdächtige Umschläge mit weißem Pulver an das Hauptquartier der Glücksspielkommission des Staates New York (NYSGC) in Schenectady geschickt zu haben. Carter gestand seine Schuld ein und erhielt eine Strafe in Form der Anrechnung bereits verbüßter Haftzeit. Er bestätigte, dass er Drohbriefe an Mitarbeiter der NYSGC sowie vier Briefe mit weißem Pulver und anderen Substanzen verschickt hatte. Erinnerung an Brent Carter Die Pokergemeinschaft spricht den Angehörigen und Freunden von Brent Carter ihr Beileid aus. Sein Beitrag zur Entwicklung des Pokers, seine Ehrlichkeit und Freundlichkeit werden Kollegen und Gegnern in Erinnerung bleiben. Carter war nicht nur ein erfolgreicher Spieler, sondern auch ein Mensch, der die Pokergemeinschaft gerechter und offener für alle machen wollte. Was das für die Spieler der PPPoker-Clubs bedeutet Die Geschichte von Brent Carter ist ein Beispiel dafür, dass im Poker nicht nur Können, sondern auch menschliche Qualitäten geschätzt werden. Seine Liebe zum Detail, sein Einsatz für faire Bedingungen für alle Teilnehmer und seine Bereitschaft, andere zu unterstützen, sind wichtige Leitbilder für die Spieler der PPPoker-Clubs. In der Clubumgebung, in der oft Spieler mit unterschiedlicher Erfahrung aufeinandertreffen, helfen solche Prinzipien, eine freundliche Atmosphäre zu schaffen und das Vertrauen zu stärken. Carter zeigte auch, dass Erfolg im Poker auf kontinuierlichem Lernen und der Fähigkeit basiert, nicht nur das eigene Spiel, sondern auch die Turnierstruktur zu analysieren. Für die Teilnehmer der Clubspiele von PPPoker ist das ein Anlass, den Turnierplänen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, optimale Formate zu wählen und keine Angst zu haben, eigene Ideen an die Organisatoren heranzutragen. Aktive Teilnahme am Clubleben und Fürsorge für andere Spieler machen Poker nicht nur zu einem Glücksspiel, sondern zu einer echten Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Schließlich erinnert Carters Geschichte daran: Unabhängig von Status und Erfolgen ist es wichtig, Mensch zu bleiben, anderen zu helfen und für faires Spiel einzustehen. Genau solche Werte schaffen langfristigen Erfolg und Respekt in der Pokerwelt – sowohl online als auch an den Live-Tischen.